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Im Elektro-Trabi: Von Finsterwalde zur Stever


Die ECO Tour de Ruhr lebt von ihren Exoten. Beispielsweise von Detlev Donath und Jürgen Blowa. Am Dienstag hatte sich das Duo auf den Weg in Richtung Lüdinghausen gemacht. Normalerweise wären die 550 Kilometer von Finsterwalde bis an die Stever kein Problem gewesen. Aber ihre Autos sind weder schnell noch verfügen sie über einen großen Aktionsradius: Nach 100 Kilometern ist für Donaths Auto Feierabend. Dann streikt der Trabant. Kein Wunder: Er fährt elektrisch. Jürgen Blowa hat ein ähnliches Problem: Er legte die Strecke mit einem City EL zurück, einem relativ weit verbreiteten einsitzigen Elektrofahrzeug.
Um seinem Trabi, der ein Kraftwerk in Form von 400 Kilo schweren Batterien mit sich schleppt, noch etwas mehr Aktionsradius zu verleihen, schnallte sich Donath einen Elektrogenerator aufs Dach. Und so war es auch kein Wunder, dass das Duo gestern pünktlich in Lüdinghausen eintraf. 50 Fahrer gingen vom Marktplatz aus auf die zum 15. Mal ausgetragene Tour de Ruhr. Pfarrer Stephan Kreutz und Tour-Enthusiast Joan Hendrik Rüschkamp schickten die Teilnehmer, die aus ganz Deutschland kamen, auf die viertägige Veranstaltung, die am Sonntag in Bielefeld endet. Bei der Rallye geht es nicht darum, möglichst schnell die unterschiedlichen Etappenziele zu erreichen. Im Mittelpunkt steht vielmehr der möglichst günstige Energieverbrauch.
Die Tüftler der Initiative Solarmobil Ruhrgebiet entwickelten einen Verrechnungsschlüssel, der die unterschiedlichen Fahrzeuge vergleichbar macht. Schließlich waren gestern nicht nur Elektroautos am Start. Auch Fahrzeuge mit unterschiedlichen Treibstoffen vom Erdgas über Bio-Ehtanol konnten an der Tour teilnehmen. Und unterschiedlich wie die Energiearten waren auch die Fahrzeuge: Vom 47 Kilo leichten Elektrozweirad bis zum 3,1 Tonnen schweren Lkw mit Elektroantrieb reichte die Palette. Und für alle musste ein Vergleichsschlüssel entwickelt werden.

Alle Fahrzeuge, die am Sonntag in Bielefeld finishen, waren gestern noch nicht auf dem Marktplatz zu sehen. Weitere Teilnehmer, die sich angemeldet hatten, werden Teilstrecken der Tour mitfahren. Dafür hatten die Organisatoren jedoch für andere Attraktionen gesorgt: Die Erwachsenen konnten sich über unterschiedliche Umwelt- und Fahrzeug-Technik-Themen informieren, Kinder hatten Gelegenheit am Malwettbewerb oder einer Umweltrallye teilzunehmen. Großes Interesse stieß auch der Blick aus dem All auf die Erde. In der Volksbank hatte die Sternwarte Bochum ihre Übertragungstechnik installiert und fand dabei regen Zuspruch.

Quelle: WN, 23.06.06