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Kein Datenschutz für Fledermäuse


Naturschutzprojekt gab Anstoß für Zusammenarbeit mit Amateur-Radio-Club und Canisianum



Am Anfang war die Fledermaus. Am Ende steht der Beginn einer neuen Funkverbindung. Sie umfasst einerseits die Projektarbeit Fledermausstollen im Biologischen Zentrum, andererseits die Möglichkeit, mit Funkern auf dem Globus in Kontakt zu treten. Mit dem Aufbau der UKW-Antenne auf dem Dach des Schulgebäudes wurde jetzt das Startsignal für die Amateur-Radio-Station DLOCAN am Gymnasium Canisianum gegeben.

Zu diesem wesentlichen Schritt verhalf unentgeltlich Christoph Hagen von der Firma Buse. Finanziell hat die Rütgers-Stiftung (Castrop-Rauxel), vertreten durch den Lüdinghauser Dr. Winfried Boenigk, entscheidend dazu beigetragen, dass der Naturschutzbund (Nabu), der Ortsverband Lüdinghausen des Deutschen Amateur-Radio-Clubs (DARC) und das Canisianum bei einer außergewöhnlichen Projektarbeit gemeinsame Sache machen.

Auslöser war die von Reinhard Loewert (Nabu) aufgeworfene Frage, ob der Fledermausstollen im Bio-Zentrum so ausgestattet werden kann, dass Daten über Ein- und Ausflug, Helligkeit und Temperatur gesammelt werden können. Dieser Gedanke forderte die Kreativität der Ortsgruppe des DARC heraus, der mit den Lehrern Alfred Bertram, Ulrich Temme und Dr. Georg Schütz am Canisianum stark vertreten ist. Inzwischen wird an der Technik gebaut, die im Herbst in Betrieb gehen soll.

Die Impulse im Fledermausstollen werden als Daten im benachbarten Vereinsheim des Fischereivereins gesammelt und von dort zu einem so genannten Digipeater weitergeleitet. Dieses von Clubmitglied und Altcanisianer Alfons Hendan gebaute Herzstück der Informationskette steht in den Clubräumen des DARC in der Burg Lüdinghausen. Der Digipeater kann auch von anderen Nutzern sowohl per Funk als auch per Internet angezapft werden. Hier schließt sich der Kreis des Datentransfers zum Gymnasium Canisianum.

Der Schule bieten sich interdisziplinäre Möglichkeiten, die Schulleiter Hartmut Stutznäcker als willkommene Synergieeffekte bezeichnete. Die Datensammlung kann in den Physik- und deren Auswertung in den Biologieunterricht eingebaut werden. Neue Arbeitsgemeinschaften außerhalb des Unterrichts würden die Öffnung der Schule weiter fördern, betonte Stutznäcker. Auf die Möglichkeiten, durch weltweite Funkverbindungen zur Völkerverständigung beizutragen und unter den Nutzern das Technikverständnis zu fördern, wies Alfred Bertram hin. Bernd Lineweg, an der Agenda-21-Schule für den andauernden Prozess verantwortlich, stellte das durch die Technik erweiterte Fledermausprojekt als Beitrag zur Nachhaltigkeit heraus. Dr. Georg Schütz kündigte an, dass die Amateur-Radio-Station am Canisianum auch die Voraussetzung schaffe, Jugendliche zum Erwerb der Funklizenz zu führen. Jeder hat etwas von diesem Projekt, fasste Reinhard Loewert zusammen. Axel Wagner kündigte für den Ortsverband des DARC Unterstützung an und verknüpfte damit die Hoffnung auf Impulse für die Vereinsarbeit.

Quelle: WN, 05.09.06