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10. Solarchallenge 2016 zum Textilmuseum Bocholt


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Lüdinghausen. Trotz des durchwachsenen Wetters war die 10. Solarchallenge Münsterland eine der größten. Der Einladung des Sunny-Cani-Teams und des EL-Team-Münsterland waren etwa 35 Personen gefolgt, über 30 Elektrofahrzeuge – vom Youngtimer bis zum Neufahrzeug (zwei davon vom Autohaus Rüschkamp zur Verfügung gestellt) – beteiligten sich an den Ausfahrten. Allein das in der Szene weltbekannte Solarcarteam von der Hochschule Bochum war mit acht Leuten, seinem selbst konstruierten Solarcar und Begleitfahrzeugen dabei. Team-Mitglied Sylvia Illberger aus Lüdinghausen stellte das Objekt ihrer Bachelor-Arbeit vor, sie hatte einen Youngtimer „Hotzenblitz“ aus den 1990er Jahren technisch auf den neuesten Stand gebracht und damit jetzt erfolgreich ihren akademischen Abschluss erreicht. Vor Jahren war sie die erste weibliche Auszubildende für Mechatronik im Autohaus Rüschkamp, nun gibt sie ihr Wissen bereits an junge Studierende der Hochschule im Fach Elektromobilität weiter. Der eingeschränkte Sonnenschein schränkte die Solarfahrzeuge übrigens nur bedingt ein, da sie die Energie aus einer Speicherbatterie nutzen und sich den benötigten regenerativ erzeugten Strom aus dem Netzverbund holen. Nur das Solarcar hat auf dem Dach eigene Hochleistungs-Solarzellen.

Neben dem Textilmuseum in Bocholt war ein weiterer Höhepunkt der Ausfahrt am Samstag die Besichtigung der Firma B&W in Heiden, wo man sehen und erleben konnte, wie heutzutage der Sonnenstrom in die Netze kommt. Von der privaten Solarstromanlage für ein energieautarkes Zuhause über Business-Lösungen für kleine und große Unternehmen bis hin zu Großanlagen für eine kommerzielle Nutzung bietet die Firma individuelle Lösungen, ein Betätigungsfeld, das die Herzen der Elektroautofahrer höher schlagen lässt. Besonders die Hausspeichertechnik ist für sie hochaktuell, damit der selbst erzeugte Solarstrom in die Autos kommt, wenn diese nachts zu Hause parken.

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Ein Highlight ganz anderer Art war die Besichtigung der Modelleisenbahnanlage am Sonntag auf Gut Eversum in Olfen. Diese größte, heute digital gesteuerte Modellbahn in Spurweite 0 wurde von 1928 bis 1968 in Berlin in Handarbeit gebaut. Die elektrotechnisch begeisterten E-Fahrer, besonders die jungen Studenten, waren zutiefst beeindruckt, als sie das Lebenswerk des Architekten und Städteplaners Wilhelm Wendlers auch noch von unten, also von der technischen Seite, bewundern durften: 40 km elektrische Leitungen und zahllose Schaltungen sorgen dafür, dass 15 z. gr. T. selbst hergestellte Lokomotiven ihre Züge auf 3120 m Schienen geregelt bewegen können.

Besonderer Dank gilt Hausmeister Thomas Hols, der mit Unterstützung des Teams sowohl für das leibliche Wohl der Teilnehmer/innen als auch für den Fahrstrom für die Elektroautos mit ausreichender Leistung gesorgt hatte, und dem gastgebenden Gymnasium Canisianum. Alle waren sich einig, dass an dieser Schule einfach alles passt, um Veranstaltungen dieser Art erfolgreich und mit großer Freude durchzuführen.



Quelle: Bernd Lieneweg 30.04.2016