WN: Am Cani rollte die Geschichte an

20. Solarchallenge Münsterland

LÜDINGHAUSEN. An diesem Wochenende, von Freitag (24. April) bis Sonntag (26. April) steht in Lüdinghausen und Umgebung die 20. Solarchallenge Münsterland auf dem Plan (wir berichteten). „Ende des letzten Jahrhunderts ging es los mit der sogenannten Neuen Elektromobilität, auch in Lüdinghausen“, schreiben die Organisatoren jetzt dazu in einer Pressemitteilung.

Eine Vorreiterrolle, heißt es in dem Text weiter, habe dabei das Autohaus Rüschkamp gespielt. Und eine Schule, nämlich das das Gymnasium Canisianum, das damals eine der ersten Photovoltaikanlagen in Lüdinghausen bekommen hatte. Zur Inbetriebnahme der Solarzellen schenkte Joan Hendrik Rüschkamp seiner alten Schule ein kleines Elektroauto für eine Schüler-AG, das „Sunny-Cani-Team“, das schon 1998 den Umweltpreis der Stadt erhalten hatte. Unter Leitung von Bernd Lieneweg wurde eine kleine Werkstatt eingerichtet, in der das Auto, ein gebrauchtes City-El, instandgehalten wurde. Regelmäßig nahm das Team ab 1999 an verschiedenen Rallyes für Elektroautos teil. Der Zweite Kabinenroller kam von der Wolfsberg-Apotheke, ein dritter wurde gebraucht gekauft.

Im Jahr 2000 beteiligten sich zwei Abiturienten des Cani-Teams erstmalig an der Tour de Ruhr durch das Ruhrgebiet. 2001 bezog das Fahrerlager der Tour de Ruhr die Cani-Turnhalle für den Start in Münster und machte Etappenhalt in Lüdinghausen. 2002 beteiligte sich das Schülerteam an der 10. Solarmobil Tour de Ruhr, die bei Rüschkamp in Lünen startete.

Die 11. Eco Tour de Ruhr ging von Selm aus, wo auch ein alter umgebauter Opel Kapitän mit Erdgasantrieb startete. Stationen gab es in Dortmund und natürlich auch wieder in Lüdinghausen. 2004 kam dann zur Tour de Ruhr als Ergänzung die 1. Solarchallenge Münsterland, die einzige, die von Didactech Ruhrgebiet durchgeführt wurde und im Bauhaus der Burg Lüdinghausen Quartier bezogen hatte. die 12. Eco-Tour startete gleichzeitig als erster bundesweiter Erdgas-Fahrertag. Außerdem fuhr erstmalig ein Mini-Benzin-Elektro-Hybridauto von Suzuki mit. Hendrik Rüschkamp erinnerte an die erste Tour im Sommer 1992, die er in dem Jahr, in dem in Rio die Agenda 21 ins Leben gerufen wurde, mit Arnold Bock und Gerd Petrusch aus Dortmund auf den Weg geschickt hatte. Im November 2004 wurde die lange geplante Solaranlage auf dem Dach des Cani in Betrieb genommen. Erstmals kamen dabei Lukas Nacke und Fabian Pellmann ins Spiel, die heutigen Mitveranstalter der Solarchallenge Münsterland. Als computertechnische Betreuer der PV-Anlage fanden sie heraus, dass die Cani-Solarzellen die höchste Effektivität vergleichbarer Anlagen bundesweit aufwiesen. Es war ihr Einstieg in das Autofahren mit der Energie der Sonne. Bei den nächsten Touren entwickelten sie sich von Beifahrern und nach bestandener Führerscheinprüfung zu echten Elektroauto-Piloten. Sie erlebten 2005 den (Vergeblichen) Start von Bio-Ethanol in Verbrenner-Autos. Und in den Schulfahrzeugen den Weg von der Bleibatterie über Nickel-Cadmium-Technologie zu den heute üblichen Lithium-Ionen-Batterien.

Am Cani bauten sie eine der ersten öffentlichen Stromtankstellen mit auf. Im Sommer 2007 holten sie nach wochenlangem Schrauben, Löten und Spachteln an einem neuen alten Auto als Fahrer für das „Sunny-Cani-Team“ den ehrenhaften vierten Platz. Inzwischen war eine größere, professionellere Werkstatt mit Wagenheber und großem Ersatzteilager auf dem Hof Nacke in Kökelsum bezogen. Die Cani-SChüler konnten sich fortan mit drei Autos unter anderem an der Tour de Ruhr beteiligen.

Aus dem Ende des „Sunny-Cani-Teams“, heißt es weiter, wurde schließlich die Neugründung des El-Teams Münsterland.

Quelle: Bernd Lieneweg, Veröffentlicht in WN 23.04.2026

WN 23.04.2026