Lüdinghausen – Keine Emissionen – keine Parkgebühren: Autos, die keine Emissionen verbreiten, sollen in Zukunft kostenlos im Lüdinghauser Stadtgebiet parken können. Dafür will sich die CDU stark machen. Die bekannten Plaketten sollen daher um ein blaues Exemplar erweitert werden, mit denen sich diese Fahrzeuge – in der Regel dürfte es sich dabei um Elektrofahrzeuge handeln – ausweisen können. Mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Karl Schiewerling haben die Lüdinghauser Christdemokraten einen Befürworter dieses Themas gefunden. Er informierte sich gestern im Autohaus Rüschkamp über die blaue Plakette und den Stand der Entwicklung der Elektrofahrzeuge.
Schon seit Jahren setzt sich Joan Hendrik Rüschkamp für die Entwicklung der Elektrofahrzeuge ein. Der Unternehmer fördert die Solar-Tour de Ruhr, die mit Elektrofahrzeugen unterwegs ist, unterstützt das Sunny-Cani-Team und denkt auch über den Vertrieb von Elektrofahrzeugen nach. Die Vertreter der CDU dankten dem Chef des gleichnamigen Autohauses für dieses Engagement. „Sie haben frühzeitig dicke Bretter gebohrt“, charakterisierte CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Klaus Waldt die Vorreiterrolle Rüschkamps bei diesem Thema. Waldt zeigte sich überzeugt davon, dass alltagstaugliche Elektrofahrzeuge schon bald auf dem Markt angeboten würden. Daher sei es wichtig, dass man „flankierende Aspekte auf den Weg“ bringe.
Dass sich die CDU mit einem solchen Thema beschäftige, möge manchen Bürger verwundern, aber das Elektro-Auto und die damit verbundene Umwelt-Debatte sei auch Thema der CDU, unterstrich Jo Weiand. Er forderte die Stadt dazu auf, auch im Zusammenhang mit dem Citta-Slow-Gedanken eine Vorreiterrolle zu spielen.
Derzeit sind Elektrofahrzeuge der Feinstaub-Gruppe IV zugeordnet. Sie bekommen also eine grüne Plakette. Um eine blaue Plakette für Null-Emissionsfahrzeuge zu entwickeln, müsse die Plakettenverordnung geändert werden, erläuterte auch Stadtrats-Kandidat Bernd Möllmann (CDU) die Situation. Das sei auch Voraussetzung dafür, dass das Verkehrszeichen eingeführt wird, mit dem diese Fahrzeuge in den Genuss des kostenlosen Parkens kommen.
CDU-Bundestagsabgeordneter Karl Schiewerling räumte ein, dass er für den Fragenkomplex Elektrofahrzeuge kein Fachmann sei. Er war jedoch von der Idee, die blaue Plakette einzuführen, angetan. Es sei wichtig, Erfahrungen zu sammeln. Aus diesem Grunde wolle er sich dafür einsetzen, dass die Kommune eine Ausnahmegenehmigung bekomme. „Wir brauchen Experimentierfelder“, so Schiewerling. Bevor die Plakette bundesweit eingeführt werde, was er für sinnvoll hielt, sollten regional Erfahrungen gesammelt werden.
Um dem Bundestagsabgeordneten zu demonstrieren, dass es derzeit schon Elektrofahrzeuge auf dem Markt gibt, waren eine Reihe von E-Mobil-Enthusiasten mit ihren Fahrzeugen gekommen: Neben mehreren City-L des Sunny-Cani-Teams waren auch ein Hotzenblitz, der schon 15 Jahre auf dem Buckel hat, aber noch flotter als zu seiner „Geburt“ ist, anwesend.
Quelle: WN (Werner Storksberger) 11.08.2009
